Brissago Inseln


Nur wenige Kilometer vom Ufer des Lago Maggiore entfernt, sind die beiden Brissago Inseln zu Hause. Hier befinden sich San Pancrazio und Sant'Apollinare – zwei Inseln im Herzen des großen Sees.

Brissago Inseln

Die Brissago Inseln im Lago Maggiore

Geschichte der Brissago Inseln

Ein kleines Archipel mitten im Lago Maggiore

Die Brissago Inseln gehören dem Schweizer Seebecken des Lago Maggiore an. Die zwei Fleckchen Erde sind etwa 2,5 Kilometer vom Ufer der gleichnamigen Gemeinde entfernt. Hier betreten Sie ein Eiland, dessen archäologische Relikte bereits auf eine Besiedlung durch die Römer schließen lassen. In Geschichtsbüchern steht geschrieben, dass die beiden Inseln ab 1214 als Sitz der Angehörigen des christlichen Humiliaten-Ordens bekannt gewesen sind. Dieser Orden wurde während des 16. Jahrhunderts durch den Kardinal aufgelöst. Die zwei Ländereien blieben überwiegend unbewohnt, bis der wohlhabende Baron Richard Fleming de St. Lèger die Anwesen im Jahr 1885 für 25.000 Franken erwarb. Diesen Kauf nahm dessen Gemahlin Antoinette als Anlass, um Pflanzen aus aller Welt zu erwerben und das Eiland San Pancrazio in einen prachtvollen Garten umzugestalten. Antoinette wurde Ende des 19. Jahrhunderts von ihrem Mann verlassen. Da die Gärtnerin nach dem Ersten Weltkrieg hohe Schulden hatte, musste sie ihr Hab und Gut wohl oder übel verkaufen. Es war nur eine Frage der Zeit, bis die Brissago Inseln einen neuen Besitzer fanden. Im Jahr 1927 war es soweit. Der Deutsche Max Emden bereicherte den Botanischen Garten um die eindrucksvolle Villa Emden. Zudem ließ der Visionär ein römisches Bad anfertigen.

Ein Besuch auf den Brissago Inseln

Die Eintrittspreise sind für den Botanischen Garten vergleichsweise günstig

Seit dem Ende der 1940er Jahre unterstehen die beiden Inseln dem Besitztum des Kantons Tessin. Umliegende Gemeinden, der Naturschutzbund sowie Heimatschutzbund sind ebenfalls für die Brissago Inseln verantwortlich. In San Pancrazio ist eine Anlegestelle eingerichtet, die für Besucher jeweils sechs Monate im Jahr offen steht. Der Botanische Garten ist normalerweise von Mitte April bis Mitte Oktober geöffnet. Die Gartenanlage der Brissago Inseln ist via Schiff über mehrere Anlegestellen aus gut erreichbar. Die kürzeste Schiffsverbindung startet ab Porto Ronco und dauert nur etwa fünf Minuten an. Die Eintrittspreise sind für den Botanischen Garten vergleichsweise günstig und kosten von 20 Franken für Familien von bis zu drei Kindern bis hin zu 8 Franken für ein Einzelticket. In der prunkvollen Villa befindet sich ein Restaurant mit Veranda. Das obere Stockwerk der Villa wurde als kleines Hotel ausgebaut, in dem sich zehn luxuriöse Schlafzimmer befinden. Ein Doppelzimmer samt Frühstück kostet in der Nebensaison nur 285 Franken je Nacht.

Die wunderbare Pflanzenwelt der Inseln

Sie erobern einen exotischen Garten

Die Brissago Inseln sind der Inbegriff des Botanischen Gartens, der sich im Kanton Tessin befindet. Allerdings gedeiht auf der kleineren Insel, der Isola di Sant'Apollinare, überwiegend spontane, natürliche Vegetation. Nur die größere Insel, die Isola Pancrazio, ist für die Besucher offen. Und der Abstecher lohnt sich. Sie erobern einen exotischen Garten, der mit seiner subtropischen Flora die Blicke auf sich zieht. Beim Anblick der japanischen Bananen, Bambus, Gingko, Kamelien, Hanfpalmen, Rhododendren und Azaleen fühlen Sie sich gewiss in den Fernen Osten versetzt. Aus Südafrika stammende Gewächse gedeihen als Löwenschweif, Gazania, Agapanthus, Watsonia oder Protea im Botanischen Garten. Einen Anblick der völlig anderen Art verspricht der Mittelamerika-Bereich, der Herzen von Hobby-Gärtnern durch die Agave, den amerikanischen Amberbaum oder die Magnolie höher schlagen lässt. Eine florale Rarität ist die Sumpfzypresse, deren Wurzeln auf der Insel seit mittlerweile über 30 Jahren aus dem Wasser ragen. Guarantinischer Salbei, Goldmohn, Yucca, die Opuntie oder Beschornerie gehören ebenfalls dem amerikanischen Raum an. Aus Australien stammen Gewächse wie die Besenheide, Eukalyptusbäume oder Akazien. Lassen Sie sich durch Gewächse wie die Keulenlilie, den Schnurbaum oder die Strauchveronica nach Neuseeland entführen. Botanische Vertreter des Mittelmeerraums sind die Pinie, breitblättrige Steineiche, der Erdbeerbaum, die Baumheide, Kanarische Dattelpalme, Korkeiche, Rosmarin und Salbei.

Das Klima der Brissago Inseln

Auf den Brissago Inseln herrscht ein besonderes Klima vor

Heute sind die Brissago Inseln ein fester Teil des Gewerbes der Gardens of Switzerland. Diese Vereinigung nimmt die schönsten Gärten des Landes in ihr Repertoire auf. Eine Besonderheit unterscheidet die Inseln von zahlreichen anderen Gebieten aus der Region. Das Archipel wird von insubrischem Klima dominiert, durch das ein ausgegeglichenes Verhältnis zwischen Niederschlägen und Sonnenstunden vorherrscht. Mit einem Jahresdurchschnittswert von etwa 14 Grad haben die Inseln das mit großem Abstand wärmste Klima der gesamten Schweiz. Dadurch gedeihen einige Pflanzen im Botanischen Garten der Brissago Inseln besonders prachtvoll und könnten in anderen Gebieten des gleichen Breitengrads noch nicht einmal existieren. Zudem herrschen auf den Inseln keine Eistage vor.

Erobern Sie die Brissago Inseln

Eine Insel ist frei zugänglich, die andere nicht

Erobern Sie die Brissago Inseln, die ohne Zweifel eines der zauberhaftesten Ausflugsziele im gesamten Tessin sind. Erfreuen Sie sich an der überwältigenden Vegetation, die mit einem Wechselspiel aus duftenden Blumen, majestätischen Bäumen und üppigen Sträuchern magische Momente verbreitet. Mehr als 1.600 verschiedene Pflanzenarten entführen Sie auf einer über 25.000 Quadratmeter großen Fläche in eine andere Welt, die Sie gewiss nicht alle Tage erblicken. Von der größeren Insel aus lässt sich der Anblick der kleineren St. Apollinare nur erahnen. Da dieses Eiland der Brissago Inseln nicht zugänglich ist, können Sie die hiesige Pflanzenwelt und die zerfallene antike Kirche nur aus der Distanz bewundern.

Hier finden Sie weitere Lago Maggiore Sehenswürdigkeiten

Wir verwenden Cookies, um den bestmöglichen Betrieb dieser Webseite zu gewährleisten.
Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass diese Cookies verwendet werden. Weitere Informationen zu unseren Cookies finden Sie in unserer Datenschutzerklärung