Val Grande Nationalpark


Er ist einzigartig. Er ist geheimnisvoll. Er ist ausgezeichnet. Es ist nicht übertrieben zu behaupten, dass der Val Grande Nationalpark eines der schönsten Naturparadiese in ganz Europa ist. Diesen Ruf zementieren auch Auszeichnungen als UNESCO-Geopark oder Zertifizierungen der Europäischen Charta für nachhaltigen Tourismus. Das größte Wildnisgebiet Italiens vereint mehrere Superlative auf seinem Boden.

Val Grande Nationalpark

Val Grande Nationalpark

15.000 Hektar pure Natur im Val Grande Nationalpark

Idealvorstellung eines Wandergebiets

Der etwa 15.000 Hektar große Nationalpark verkörpert die Idealvorstellung eines Wandergebiets. Kastanien, Erlen und Buchen wachsen gen Himmel. Murmeltiere, Marder, Rehe oder Gämsen leben in trauter Eintracht miteinander. Adler kreisen über dem Nationalpark. Wer intakte Natur in Perfektion erleben möchte, ist in diesem 1992 gegründeten Nationalpark aus dem Piemonteser Hinterland am richtigen Ort angelangt. Vermutlich ist es das Zusammenspiel aus tiefen Schluchten, verträumten Bergdörfern, immergrünen Hängen und üppigen Wäldern, dass diese grüne Oase so reizvoll erscheinen lässt. Doch auch dank der sanft vor sich hin plätschernden Bäche und Flüsse hat sich der Val Grande Nationalpark zu einem Mekka für Wanderer gewandelt, die das größte Wildnisschutzgebiet der gesamten Alpenregion auf Schusters Rappen erkunden möchten.

Wandertouren von Mai bis Oktober

In diesen Monaten ist die Region für gewöhnlich schneefrei

Der Zeitraum von Mai bis Oktober ist die beste Zeit, um im Val Grande Nationalpark vorbeizuschauen. In diesen Monaten ist die Region für gewöhnlich schneefrei. Unzählige Naturlehrpfade verlaufen durch die Naturlandschaft, die auch von Familien mit Kindern erobert werden können. Wanderwege sollten hauptsächlich von erfahrenen Wanderern genutzt werden. Möchten Sie den Nationalpark über mehrere Tage hinweg per pedes erkunden, haben Sie die Wahl aus mehreren vor Ort verfügbaren Unterkünften. In der Naturlandschaft befinden sich Biwaks, deren Pforten Ihnen generell offen stehen. Wünschen Sie eine Übernachtung in einer Berg- oder Schutzhütte, sollten Sie sich ein Bett in den Unterkünften im Vorfeld reservieren.

Der Nationalpark fasziniert Wanderer und Bergsteiger zugleich

Heute entdecken Sie mit dem Val Grande Nationalpark ein bekanntes Reiseziel, das Bergsteiger und Wanderer magisch anzieht. Vor Ort profitieren Sie von einem sehr gut ausgebauten Wanderwegenetz, das durch raue, liebliche und bilderbuchtaugliche Landschaften verläuft. Neben diesen gut gekennzeichneten Wanderwegen gibt es im Nationalpark viele ältere Wanderwege, deren Verlauf sich heute mittlerweile nur noch erahnen lässt. Immer mehr Weide- und Alpenlandschaften wuchern stetig zu. Umso mehr liegt es der Parkverwaltung am Herzen, die gut erkennbaren Wanderwege mit Lehrtafeln auszustatten.

Die wichtigsten Voraussetzungen für eine anspruchsvolle Wandertour

Gutes Kartenmaterial, Trittsicherheit und nach Möglichkeit auch etwas Trekkingerfahrung sollten Ihre stetigen Begleiter sein, wenn Sie die anspruchsvollen Wanderwege des Nationalparks erobern möchten. Doch Sie sollten nicht nur auf ausreichend Erfahrungen im Bergsteigen und Wandern zurückgreifen können. Orientierungssicherheit ist für Sie ebenso wichtig wie ein Vorrat an Nahrung, ein Kompass, eine Isomatte sowie ein Schlafsack. Verlassen Sie sich im Notfall nicht allzu sehr auf Ihr Handy. Denn insbesondere im Zentrum des Val Grande existiert kein Handyempfang. Schließlich durchqueren Sie ein 15 Hektar großes Terrain, dessen natürliche Grenzen das Valle Vigezzo im Norden, das Valle Cannobina im Nordosten und das Ossalatal im Süden und Westen der Region bilden. Durchforsten Sie die zerklüfteten Felsenlandschaften mit Bergen wie dem 2.300 Meter hohen Monte Togano, wird Ihnen nicht verborgen bleiben, dass das Gebiet heute fast gar nicht mehr für forst- und landwirtschaftliche Zwecke genutzt wird. Bei diesem Anblick ist heute kaum vorstellbar, dass in der Region tatsächlich bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts Alm- und Waldwirtschaft betrieben wurde. Obwohl von dieser Besinnung auf die Wald- und Weidewirtschaft heute nicht mehr viel erkennbar ist, erinnern verschiedene Siedlungsreste noch immer an diese Zeit.

Die Geschichte vom Val Grande Nationalpark

Der Nationalpark und seine Vergangenheit

Eines der düstersten Kapitel erlebte des Nationalparks zur Kriegszeit. Beispielsweise wurde während des Ersten Weltkriegs die sogenannte Linie Cadorna erbaut. Dieser Anbau basierte auf der Spekulation, dass Österreicher und Deutsche einen Angriff auf die Schweiz über das Val Grande durchführen könnten. Bis heute erinnern Schützengräben und Unterstände an diese Zeit. Während des Zweiten Weltkriegs war das Gebiet als Refugium von italienischen Widerstandsgruppen von Bedeutung. Diese Truppen setzten sich gegen den italienischen Faschismus und deutsche Besatzungen ein. Besonders tragisch war ein Tag im Juni 1944, an dem deutsche und italienische Gegner den heutigen Val Grande Nationalpark beim Rastrellamento durchkreuzten. Zu weiten Teilen wurde die Naturlandschaft durch diesen Angriff in Mitleidenschaft gezogen. An diese tragischen Momente erinnert bis heute das Museum Casa della Resistenza. Diese Ausstellung befindet sich heute an dem Ort, in dem einst Hunderte von Partisanen ihr Leben lassen mussten. Heute herrscht im Val Grande Nationalpark glücklicherweise eine wesentlich friedvollere Atmosphäre.

Tipps für Ihre Planung

Diese Vorbereitungen sollten Sie bei Unklarheiten treffen

Suchen Sie den Kontakt zur Parkverwaltung, ist die im Ossolatal gelegene Villa Biraghi die richtige Anlaufstelle für Sie. Über mehrere Zugänge haben Sie die Möglichkeit, den Nationalpark zu betreten. Autofahrer sind gut beraten, sich bei offenen Fragen an das Informationszentrum der Parkverwaltung zu wenden, das sich in Cicogna befindet. Diese Vorbereitungen sollten Sie bei Unklarheiten treffen, um sich auf Exkursen durch den Val Grande Nationalpark nicht selbst in Gefahr zu bringen. Außerdem sollten Sie die Augen auf Ihren Wandertouren nicht nur auf den Boden, sondern auch in die Umgebung richten. Zu schön sind die Naturlandschaften und Sehenswürdigkeiten, die Sie umgeben. Nehmen Sie den über 1.800 Meter hohen Pizzo Mottac in Augenschein, der die Mitte des Nationalparks säumt. Kehren Sie in der Berghütte Alpe Mottac ein, um einen mitreißenden Panoramablick auf die Region zu genießen. Aus dieser Perspektive erscheinen Ihnen die umliegenden Berge und Täler gewiss unfassbar klein. Der 2.100 Meter hohe Pizzo Proman ist ebenfalls einen Ausflug wert. Diese Erhebung ist das Ziel einer zweistündigen Wanderung, die Sie von der Alpe della Colma starten. Die Erkundungstour auf diesem Pfad ist zwar etwas mühselig, aber alle Anstrengungen wert. Der Ausblick über die umliegende Alpenlandschaft wird auch Sie ins Staunen versetzen. Es gibt viele gute Gründe, dem Nationalpark einen Besuch abzustatten. Doch der überzeugendste Grund sind pittoresken Naturlandschaften selbst.

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