Villa Taranto


Wer von der Villa Taranto spricht, denkt zwangsläufig an riesige Beete voller Dahlien und Rhododendren. Genau genommen ist nicht die Villa selbst der Star der in Verbania gelegenen Sehenswürdigkeit, sondern die umliegende Parkanlage. Dennoch gibt es zur Villa auch einiges zu sagen.

Villa Taranto

Villa Taranto

Eigentlich ist die Villa Taranto nur Beiwerk

Die Villa Taranto ist nicht für die Öffentlichkeit zugänglich

Dieses seit Mitte der 1990er Jahre als Sitz der Prefettura della Provincia del Verbano-Cusio-Ossola fungierende Haus wurde schon in den 1880er Jahren in einem ganz besonderen Stil erbaut. Der Initiator des Bauvorhabens war Graf Conte d'Orsetti. Er träumte mit der Villa von einem Prachtbau, der in weiten Teilen an die markante Architektur der Normandie erinnert. Sicherlich ist es für den einen oder anderen Besucher ein Wermutstropfen, dass der Bau nicht für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Allerdings haben Sie von April bis Oktober die Möglichkeit, den Botanischen Gärten einen Besuch abzustatten. Diese Chance lassen sich Tausende an Besuchern pro Jahr nicht entgehen. Unter diesen Besuchern befinden sich allerdings nicht nur Urlauber, sondern auch Wissenschaftler aus aller Welt.

Die Gärten der Villa Taranto

Die Errichtung eines englischen Gartens

Die Gärten der Villa Taranto sind das Ergebnis einer Vision, die Kapitän Neil McEacharn verfolgte. Dieser Kapitän erwarb das Grundstück im Jahr 1931 von der wohlhabenden Marchese di Sant'Elia, um sich mit der Errichtung eines englischen Gartens einen großen Traum zu erfüllen. McEacharn wollte eine Verbindung zwischen botanischen und ästhetischen Komponenten erstellen, um einen Ort zu kreieren, der als Erinnerung an seine ursprüngliche Heimat Schottland dient. Aus diesem Anlass wurde auch der Name des Botanischen Gartens der Villa Taranto bewusst ausgewählt. Einer der Vorfahren des Kapitäns war der Feldmarschall McDonald, den Napoleon einst als Duca di Taranto bezeichnete. Und Neil McEacharn ließ über neun Jahre hinweg nichts unversucht, um sich diesen Wunsch zu erfüllen. Auch große Schwierigkeiten wie die Akklimatisierung in Europa einzigartiger Pflanzen und deren Umstellung an das Klima hinderten den Botaniker nicht daran, sein Ziel stets mit größter Sorgfalt zu verfolgen.

Zusätzlich legte der Visionär im Garten der Villa ein modernes Bewässerungssystem an, über dem das Wasser aus dem Lago Maggiore unmittelbar in die Parkanlage gepumpt werden konnte. Außerdem erbaute McEacharn Wasserspiele, Springbrunnen, Terrassengärten, einen Sumpfgarten und einen Wintergarten. Zugleich ließ der Schotte ein Becken für Lotusblüten und Seerosen errichten. Das pulsierende Herz des Gartens der Villa Taranto ist jedoch das romantische Mini-Dörfchen "Valletta", das durch große Erdaushebungen erschaffen wurde und heute von einer winzigen Bogenbrücke überspannt wird. Von dieser Brücke aus haben Sie die beste Gelegenheit, um den Davidia Involucrata zu bewundern. Dieses als Taschentuchbaum bezeichnete Gewächs ist eine echte botanische Setenheit.

Hier gedeihen Pflanzen aus aller Welt

Etwa 20.000 kostbare Gewächse

Heute schließt die botanische Vielfalt der Villa rund 1.000 Pflanzen ein, die nicht aus heimischen Gefilden entstammen. Zugleich gedeihen in dem botanischen Garten etwa 20.000 kostbare oder seltene Gewächse, die die komplette Fläche von ungefähr 16.000 Hektar einnehmen. Einige der riesengroßen Beete sind üppig mit Ahornpflanzen, Kamelien, Rhododendren und Azaleen bestückt. In anderen Teilbereichen des Gartens gedeihen sagenhafte 300 verschiedene Arten an Dahlien. Ein weiteres Highlight sind zwischen tropischen und subtropischen Gewächsen angelegte Gewächshäuser, deren botanischer Star die bekannte Seerose Ninfea Equatoriale ist. Einige der seltensten Pflanzenarten rund um die Villa Taranto sind der Taschentuchbaum Davidia Involucrata oder die Dicksonia Antarctica. Bekanntere Pflanzenarten wie Lotosblüten, Erikapflanzen, Hortensien, Zwergastern, Michelien, Tulpen, Magnolien oder Eukalyptusbäume gedeihen ebenfalls in diesem Garten Eden.

Die Geschichte des botanischen Gartens der Villa Taranto

Eine unermüdliche Suche nach einem potentiellen Grundstück

Die Historie der Villa Taranto nahm mit einer unermüdlichen Suche des Kapitäns Neil Boyd McEacharn nach einem potentiellen Grundstück ihren Lauf. Damals konnte natürlich noch niemand ahnen, dass der Botaniker einmal ein Pflanzenparadies erschaffen würde, an dem heute einmal im Jahr die Tulpenwoche ausgetragen wird. Doch zurück zum Anfang. Schon von Beginn an verspürte der Schotte den Wunsch, auf dem durch ihn erworbenen Anwesen einen riesigen heterogenen Garten zu erschaffen. Dann veröffentlichte die Marchesa di Sant'Elia eine Anzeige in der Zeitung, durch die Sie ihre Verkaufsabsichten des auf der Landzunge der Castagnola gelegene Anwesen "La Crocetta" verkündete. Beide Parteien konnten sich schnell über den Kauf einigen. Danach dauerte es nicht mehr lange, bis der Kapitän den Garten ausbaute und mit Pflanzen sowie Samen aus aller Welt bepflanzte.

Eine Lebensaufgabe für Kapitän Neil McEacharn

Der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs zwang den Schotten dazu, aus Italien zu flüchten. McEacharn vermachte sein Hab und Gut an den Staat. Allerdings musste das Land Italien der Bedingung entsprechen, dass das Gelände der Villa Taranto nicht für Besucher zugängligh ist. Nach Kriegsende zog es den Kapitän wieder in seinen geschätzten Garten zurück. Doch mehrere öffentliche Körperschaften und Freunde drängten den Botaniker dazu, die Parkanlage für die Öffentlichkeit begehbar zu machen. Zwölf Jahre nach dessen Rückkehr verstarb der Kapitän. Noch zu Lebzeiten äußerte McEacharn den Wunsch, in einer Kapelle des Gartens der Villa bestattet zu werden. Nach dessen Tod ging die Verwaltung des Gartenparadieses an die Ente Giardini Botanico Villa Taranto Cap. Neil McEacharn über. Diese Vereinigung bemüht sich bis heute, die Parkanlage auf einem ausgesprochen hohen Niveau zu erhalten.

Öffnungszeiten und Eintrittspreise

Die Öffnungszeiten variieren von Monat zu Monat

Sie können die Gartenanlage der Villa Taranto von Mitte März bis Anfang November besuchen. Die Öffnungszeiten variieren von Monat zu Monat. In der Hauptsaison stehen die Pforten des Gartens täglich von 8.30 bis 18.30 Uhr offen. Für Kinder unter sechs Jahren ist der Eintritt kostenlos. Ermäßigte Tarife für Kinder von 6 bis 14 Jahren betragen 5,50 Euro. Erwachsene müssen mit einem Ticketpreis von 10 Euro rechnen. Zugleich profitieren größere Reisegruppen oder Schulgruppen von speziellen Rabatten.

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