Valle Vigezzo


Auf einer Reise zum Valle Vigezzo begegnen Sie einem echten Grenzgänger. Dieses auf einer Höhe von 700 bis 800 Metern gelegene Hochtal verläuft entlang der schweizerisch-italienischen Grenze. Der Fluss Melezzo bahnt sich neben dem Hochtal seinen Weg. Die Endstation ist erreicht, wenn Sie am Val d'Ossola angekommen sind. Hier begeben Sie sich auf die Pfade einer Tallandschaft, die von zwei mehr als 2.000 Meter hohen Bergketten eingebettet ist. Das Hochtal ist ein Paradies zum Verlieben, das mit ausgedehnten Wandermöglichkeiten und fantastischen Wintersportangeboten zur Winterzeit lockt.

Valle Vigezzo

Valle Vigezzo

Geschichte des Valle Vigezzo

Erste Besiedlungen wurden im Valle Vigezzo zur römischen Zeit dokumentiert

Heute ist es kaum noch vorstellbar, dass die bewegte Geschichte des Hochtals bis zum römischen Zeitalter zurückreicht. Doch bereits zu Zeiten der Völkerwanderung brachen Zerstörung und Armut über dem Tal ein. Insbesondere während des 15. Jahrhunderts duellierten sich Herrscherfamilien aus Oberitalien und Schweizer Truppen über die Besitzverhältnisse des Valle Vigezzo. In der Mitte des 15. Jahrhunderts ging das Gebiet schließlich dauerhaft an die Borromäer über. Daraufhin siedelte sich das wohlhabende Adelsgeschlecht für einen langen Zeitraum in der Talmitte in Santa Maria Maggiore an.

Mailänder Arbeiter durchkreuzten das Gebiet

Heute ist an diesem Fleckchen Erde Ruhe eingekehrt. Ruhe, die vor allem zur Winterzeit bis in die verborgensten Ecken des Tals strömt. Ein völlig anderes Bild zeigt das Valle Vigezzo zur Sommerzeit. Zur Hauptsaison vermehrfacht sich die Einwohnerzahl von 6.000 bis 7.000 Talbewohnern im Valle-Vigezzo deutlich. Dennoch sind auch diese Zeiten heute wesentlich ruhiger und friedvoller als in den vergangenen Jahrhunderten. Über einen langen Zeitraum hinweg war es in dem Hochtal üblich, dass Mailänder Kaminfegerjungen, Hafenarbeiter, Schmuggler, Handwerker oder Bauarbeiter das Gebiet durchkreuzten. Heute ist es üblich, dass die auf italienischem Terrain lebenden Menschen an jedem Arbeitstag in Richtung Schweiz aufbrechen. Hier gehen die Grenzgänger in der Nähe vom Valle Vigezzo ihrem Beruf nach.

Magische Momente im 15. Jahrhundert

Allerdings ist die das Valle Vigezzo eigentlich viel zu schön und zu facettenreich, um als reines Mittel zum Zweck benutzt zu werden. Einige Sehenswürdigkeiten von hohem kulturellen Wert säumen das Gebiet, allen voran die Wallfahrtskirche "Santuario della Madonne di Re". Dieser in Re gelegene Wallfahrtsort zieht seit Jahrhunderten Tausende von Pilgerern magisch an. Dieses zwischen Locarno und dem Centovalli gelegene Naturparadies gilt bis heute als Ort einer heiligen Erscheinung, die sich am 29. April 1494 an diesem Ort ereignete. Damals, so heißt es heute, wurde die Stirn eines in der örtlichen Kapelle befindlichen Marienbildes durch einen Steinwurf getroffen. Danach floß Blut über das Jesuskind und Marienbild. Diese Begebenheit führte wiederum dazu, dass herbeigeeilte Menschen wie durch Wunderhand geheilt wurden. Aus diesem Anlass wurde am Santuario della Madonne di Re zuerst eine kleine Wallfahrtskirche errichtet. Dieses Gotteshaus musste ab dem Ende des 19. Jahrhunderts einer großen neuen Kirche weichen, die im Historismus-Stil erbaut und erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts fertiggestellt wurde. Heute werden viele Besucher gewiss bestätigen, dass der Anblick des Kuppelbaus im neobyzantinischen Stil sicherlich bei Weitem nicht jedem Geschmack entspricht. Dennoch übt das Gotteshaus eine besondere Faszination auf seine Besucher aus.

Liebliche Städte und interessante Museen im Valle Vigezzo

Der Hauptort ist Santa Maria Maggiore

Führt Sie Ihre Weiterreise nach Malesco, gelangen Sie schnell zu einer Straße, die über das Val Cannobino in Richtung Cannobio abweicht. An diesem Ort sind Sie nur noch wenige Kilometer vom Hauptort des Tals entfernt. Dieser Hauptort ist Santa Maria Maggiore. Nehmen Sie sich die Zeit und streifen Sie durch diese Ortschaft. Gewiss finden Sie in diesem Städtchen auch ein kleines Restaurant, in dem Sie sich kulinarisch verwöhnen lassen können. Ein kulturelles Zentrum von Santa Maria Maggiore ist das Museo della Spazzacamino. Dieses Museum widmet sich in erster Linie dem Schicksal der Kaminfegerjungen, die das Valle Vigezzo im 19. Jahrhundert verließen, um nach Mailand zu gelangen. Nur wenige Kilometer von dieser Ausstellung entfernt, verzaubert die kleine Ortschaft Druogno mit einem bunten Ensemble an steingedeckten alten Häuschen. Auch dieses Dorf verbreitet einen ganz besonderen Charme.

Jeder der Orte ist Balsam für Leib und Seele

Und jeder einzelne dieser Orte ist wie dafür geschaffen, dass Sie auch für längere Zeit im Valle Vigezzo verweilen können. Hier befinden Sie sich inmitten einer intakten Naturlandschaft, die Geist und Seele schmeichelt. Zur Sommerzeit versprechen das angenehme Klima und die gute Luft beste Bedingungen, um sich auf ausgiebigen Wanderungen vom stressigen Alltag zu erholen. Zur Winterzeit verirren sich zwar wesentlich weniger Gäste in das Hochtal. Doch dank mehrere Skilifte und gut präparierten Eislaufflächen dürfen Sie sich im Valle Vigezzo ins wintersportliche Vergnügen stürzen.

Eine Rundreise durchs Valle Vigezzo

Lernen Sie das Valle Vigezzo Gebiet kennen

Fernab eines regen Straßenverkehrs lernen Sie mit dem Valle Vigezzo ein Gebiet kennen, das Sie auf spezielle Weise erkunden können. Nutzen Sie Ihre Gelegenheit, um sich ab Locarno auf eine Fahrt mit der Centovallibahn zu begeben. Diese Bahn lässt zuerst das Centovalli hinter sich, um im Anschluss das Valle-Vigezzo und Domodossola zu passieren. In der Centovallibahn nehmen Sie in den Kabinen einer reizvollen Schmalspurbahn Platz, deren einzigartige Streckenführung zahlreiche hohe Brücken hinter sich lässt. Sicherlich werden Sie es auf einer Fahrt mit der Centovallibahn gar nicht bemerken, dass zahlreiche der von Ihnen durchquerten Tunnel auf einer Höhe von 800 Metern verlaufen. Haben Sie an diesem Auflug Gefallen gefunden, können Sie diesen Exkurs nach Belieben erweitern. Tuckern Sie mit der italienischen Staatsbahn nach Stresa, um den Lago Maggiore per Schiff zu bereisen. Das Schönste ist: diese Rundfahrt können Sie an jedem Punkt der Rundtour starten und nach Belieben an jeder Ecke eine Pause einlegen. All diese Erlebnisse verwandeln einen Ausflug ins Hochtal in eine unvergessliche Zeit.

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